Nistkasten-Projekte

Nistkästen für Plaue – Unsere Projektarbeit in der 10. Klasse der TGS Gräfenroda

Foto: Jette Jansen
Foto: Jette Jansen

Im Rahmen der Projektarbeit der 10. Klasse an der TGS Gräfenroda haben wir uns mit dem Thema Nistkästen beschäftigt. Unsere Gruppe besteht aus drei Schülerinnen, die sich gemeinsam entschieden haben, ein Projekt zum Thema Naturschutz und Vogelschutz zu machen. Dabei wollten wir nicht nur theoretisch arbeiten, sondern auch praktisch etwas für die Natur tun. Deshalb haben wir uns vorgenommen, Nistkästen zu bauen und diese später in Plaue aufzuhängen, damit Vögel dort neue Nistmöglichkeiten finden können.

 

Am Anfang unserer Projektarbeit haben wir uns intensiv mit dem Thema beschäftigt. Wir haben zunächst recherchiert, warum Nistkästen überhaupt wichtig sind und welche Probleme viele Vögel heutzutage haben. Durch moderne Gebäude, weniger alte Bäume und den Verlust von natürlichen Lebensräumen gibt es für viele Vogelarten immer weniger Möglichkeiten, ihre Nester zu bauen. Genau deshalb sind künstliche Nistkästen eine große Hilfe für viele Vögel.

 

In unserer schriftlichen Projektarbeit haben wir zuerst genau beschrieben, wie ein Nistkasten aufgebaut ist. Dazu gehören verschiedene Einzelteile wie die Vorderwand mit dem Einflugloch, die Seitenwände, die Rückwand, der Boden und das Dach. Wir haben erklärt, warum jedes Teil wichtig ist und wie es zusammengebaut wird. Besonders wichtig ist zum Beispiel die Größe des Einflugloches, weil verschiedene Vogelarten unterschiedliche Lochgrößen benötigen. Auch der Abstand zwischen dem Einflugloch und dem Boden spielt eine wichtige Rolle, damit die Jungvögel im Nest geschützt sind.

 

Nachdem wir uns mit der Theorie beschäftigt hatten, konnten wir mit dem praktischen Teil beginnen: dem Bau der Nistkästen. Dabei hat uns der NABU Ilm-Kreis e.V. sehr unterstützt. Thomas Freitag hat uns erklärt, welche Materialien am besten geeignet sind und worauf man beim Bau achten muss. Er hat uns außerdem gezeigt, wie man die einzelnen Holzteile richtig zusammensetzt und wie man die Kästen stabil baut.

Das Bauen des Nistkastens hat uns besonders viel Spaß gemacht. Es war interessant zu sehen, wie aus einzelnen Holzteilen nach und nach ein fertiger Nistkasten entsteht. Dabei mussten wir genau arbeiten und darauf achten, dass alles richtig zusammenpasst. Wir haben gesägt, geschraubt und die einzelnen Teile zusammengesetzt. Durch die Zusammenarbeit in unserer Gruppe konnten wir uns gegenseitig helfen und unterstützen.

 

Ein weiterer Teil unseres Projektes war auch dieses Wissen weiter zu geben und auf die Nistkästen aufmerksam zu machen, dafür fertigten wir Flyer an und hingen diese in Plaue auf. Mit der Hoffnung, dass sich mehr Menschen für den Vogelschutz einsetzen.

 

Nachdem die Nistkästen fertig waren, kam ein besonders schöner Moment unseres Projektes: das gemeinsame Aufhängen der Kästen. Zusammen mit Unterstützung wurden die Nistkästen an geeigneten Orten in Plaue angebracht. Dabei mussten wir darauf achten, dass die Kästen hoch genug hängen, vor starkem Wind geschützt sind und für die Vögel gut erreichbar sind. Es war ein tolles Gefühl zu wissen, dass die Nistkästen jetzt von Vögeln genutzt werden können.

 

Während unserer gesamten Projektarbeit haben wir sehr viel gelernt. Zum einen haben wir viel über Vögel und ihren Lebensraum erfahren. Wir haben gelernt, wie wichtig es ist, die Natur zu schützen und Tieren zu helfen. Außerdem haben wir verstanden, dass auch kleine Projekte einen Beitrag zum Naturschutz leisten können.

Zum anderen haben wir auch viele praktische Fähigkeiten gelernt. Wir haben erfahren, wie man mit Werkzeug arbeitet und wie man etwas aus Holz baut. Außerdem haben wir gelernt, wie wichtig Planung und Organisation für ein Projekt sind. Wir mussten unsere Arbeit aufteilen, Termine planen und gemeinsam Entscheidungen treffen.

 

Rückblickend hat uns dieses Projekt sehr viel Spaß gemacht. Es war eine spannende Erfahrung, ein eigenes Projekt zu planen und umzusetzen. Besonders schön war es, dass wir am Ende ein Ergebnis sehen konnten, das nicht nur für unsere Schule wichtig ist, sondern auch für die Natur in unserer Umgebung.

 

Unsere Projektarbeit hat uns gezeigt, dass Naturschutz schon mit kleinen Ideen beginnen kann. Wir hoffen, dass die Nistkästen vielen Vögeln ein Zuhause bieten und vielleicht auch andere Menschen dazu inspirieren, sich für die Natur einzusetzen.

 

Verfasst von: Jette Jansen

Fotos: Jette Jansen


Nistkastenbetreuung rund um Plaue - Ein Projekt seit mehr als 20 Jahren

Foto: NABU Ilm-Kreis
Foto: NABU Ilm-Kreis

Unsere heimischen Singvögel bauen ihre Nester offen in Sträuchern und Astgabeln oder in Baumhöhlen. Doch oft fehlt es an alten großen Bäumen mit geeigneten Höhlen. Dann können Nistkästen diese Funktion erfüllen. Damit sie lange nutzbar sind, ist eine jährliche Reinigung und Kontrolle notwendig

 

Im Jahr 2004 begannen wir, im Zimmertal und entlang der Gera zwischen Plaue und Dosdorf, Nistkästen aufzuhängen. Zunächst waren es 5 Kästen im Zimmertal und12 Kästen an der Gera. Im Laufe der Jahre wurden verschiedene Bauarten von Nistkästen ausprobiert, Standorte gewechselt, verlorene Kästen ersetzt. Die Anzahl hat sich bis zum Jahr 2026 auf 13 an der Gera und 15 im Zimmertal vergrößert.

 

Bei den jährlichen Nistkastenkontrollen konnten wir in 2/3 der Kästen Nester finden, meist von Kohl- oder Blaumeise, die ihre Nester aus Moos und Tierhaaren bauen. Ab und zu zeigten uns Holzstückchen und Laub, dass ein Kleiber in diesem Kasten gewohnt hatte.

 

 

Manchmal werden die Nester nach dem Bau nicht weiter genutzt, manchmal dagegen mehrfach und 2 bis 3 Nester stapeln sich übereinander. Eier oder tote Jungvögel im Nest zeugen davon, wie schwer es für die Singvogeleltern sein kann, ihre Jungen groß zu ziehen. Kälteeinbrüche, Nahrungsmangel oder Beutegreifer bedrohen das Familienglück. Aber etwa in jedem zweiten Nistkasten konnten wir Bruten feststellen. Dieser Wert ist in den über 20 Jahren der Nistkastenkontrolle unverändert geblieben!

 

Nach der Brutzeit zwischen April und August kann es in den Nistkästen auch Nachmieter geben, die sich im Moos Schlafnester einrichten. Im Jahr 2011 schlüpfte eine Haselmaus aus einem Nistkasten. 2022 wurden Waldmäuse von uns aufgeschreckt. 2017 haben wir in einem Nistkasten einen toten Maulwurf entdeckt. Dar Kasten befindet sich nach wie vor in 3m Höhe in einem Waldgebiet. Das Einflugloch ist recht groß ausgefallen, so dass wir vermuten, dass ein Sperlingskauz sich dort ein Nahrungsdepot angelegt hatte.  

Gerne werden unsere Kästen auch von Spechten als Trommeln genutzt oder der Specht vergrößert das Einflugloch, um darin wohnen zu können. 

 

Im Frühjahr 2026 ist ein neues Nistkastenrevier hinzugekommen.

Das Geschenk des NABU Ilm-Kreis e.V. an das Schwimmbad Plaue zum 50-jährigen Jubiläum im Jahr 2025 sind

4 Nistkästen, die nun auf Bewohner warten. Wir sind gespannt, was die Nistkastenkontrolle 2027 dort ergeben wird.

 

Familie Kinitz/Freitag, Familie Schmidt