Arbeitsgruppe (AG) Wald

Ziele und Betätigungsfelder der AG Wald des NABU Ilm-Kreis

  • Unterstützung und Propagierung einer naturnahen Forstwirtschaft im Ilm-Kreis unter den Bedingungen des fortschreitenden Klimawandels
  • Öffentlichkeitsarbeit durch Vorträge, Diskussionsrunden, Führungen und Schautafeln vor Ort
  • Unterstützung des Waldumbaus durch Begleitung eines Waldumbau-Projektes im Ilmenauer Stadtwald "Am Ratssteinbruch" durch Pflegeeinsätze sowie durch Bestandsaufnahmen von Flora und Fauna sowie von Geschützten Biotopen
  • Organisation von ehrenamtlichen Pflanzeinsätzen zur Förderung der Weißtanne und zur Einbringung von mehr Laubbaumarten durch Saat und Pflanzung
  • Nutzung des Projektwaldes zur zielgerichteten Umwelt- und Naturbildung der Bevölkerung, insbesondere für unsere NAJU
  • Organisation von Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität im Biosphärenreservat „Thüringer Wald“ im Gebiet der Stadt Ilmenau
  • Schutz von Stadt- und Parkbäumen im Gebiet der Stadt Ilmenau

Projekt „Waldumbau am Ratssteinbruch“

Waldumbau-Projekt NABU Ilm-Kreis  "Am Ratssteinbruch" Ilmenau. Lage- und Maßnahmeplanvorschlag für das Projektgebiet. Foto: NABU Ilm-Kreis
Waldumbau-Projekt NABU Ilm-Kreis "Am Ratssteinbruch" Ilmenau. Lage- und Maßnahmeplanvorschlag für das Projektgebiet. Foto: NABU Ilm-Kreis

Bisherige Maßnahmen und Leistungen:

Anlage eines Wildzaungatters für die Ausbringung von Lärchenpflanzen und Weißtannenwildlingen im räumlichen Zusammenhang mit vorhandenen Weißtannen-Althölzern;

Pflege der Weißtannen / Lärchen – Anpflanzung; Nachpflanzung und Bewässern (2023-25);

Pflanzung von Bergahorn-Pflanzen im Oktober 2024:

Pflanzung von Spitzahorn-Wildlingen im September 2025;

Kontrolle der Traubeneichensaat ganzjährig;

Anbringung von Saatgut-Depotkästen für Eicheln (im Oktober 2024);

Auffüllen von Saatgut-Depotkästen (2025);

Kontrolle sonstiger NV auf den Flächen;

Versuch zur Ausbringung von Rotbuchen-Saatgut durch Laubstreu (2024);

Erfolgreiche Ausbringung von Ebereschensaatgut in Verbindung mit den Strukturen des Weißtannen-Gatterzaunes mit der NAJU ( Presseartikel);

Zweimalige Begehung der Fläche (Frühsommer und Oktober) zur Beurteilung der Schadinsekten – Situation im verbliebenen Altholzblock nach Beräumung der Flächen westlich neben und über dem Ratssteinbruch;

Sanierung des Käferbefalls in den Fichtensaumbeständen Richtung Manebach durch den Stadtforst.

 

Der Revierförster Matthias Wetzel bemüht sich mit uns um die Erhaltung des erst 70 jährigen Fichten-Kiefern-Altholzblockes oberhalb unseres Weißtannen-Gatters als Wetterschutz sowie als Struktur für einen späteren Laubholz-Nachanbau zur Entwicklung eines ungleichaltrigen Mischbestandes.

Dazu sind eine minimale Auflichtung sowie Verbiß-Schutzmaßnahmen auf der Fläche erforderlich.

(Siehe Lage- und Maßnahmeplanvorschlag für das Projektgebiet oben.)

 

Im September 2024 erfolgte eine Begehung mit dem Bodenkundler Rüdiger Süß, vom Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha zur Ermittlung waldbaulicher Empfehlungen für das Projektgebiet unter den besonders schwierigen historisch/bergbaulichen bzw. geologisch/klimatischen Bedingungen dieses Standortes.

Weißtanne (Jungpflanze). Foto: NABU Ilm-Kreis
Weißtanne (Jungpflanze). Foto: NABU Ilm-Kreis

Weiterführende Maßnahmen und Leistungen:

Es besteht die gemeinsame Zielstellung, aus dem annähernd gleichaltrigen Kiefern-, Lärchen- Fichten- und Douglasien – Nadelwald durch Naturverjüngung und mittels Ergänzungspflanzungen in den nächsten Jahren, vor allem aus Gründen der Nachhaltigkeit und Biodiversität die Baumartenvielfalt um Weißtanne, Rotbuche, Berg- und Spitzahorn sowie Eichenarten zu  erweitern und auch die vorhandenen Althölzer aus der Sicht des Artenschutzes für die Zukunft zu sichern.

Blick aus dem Pflanzgatter zur Hohen Schlaufe. Foto: NABU Ilm-Kreis
Blick aus dem Pflanzgatter zur Hohen Schlaufe. Foto: NABU Ilm-Kreis
Blick von "E" auf "KA" vor dem Ratssteinbruch. Foto: NABU Ilm-Kreis
Blick von "E" auf "KA" vor dem Ratssteinbruch. Foto: NABU Ilm-Kreis

Positionspapier des NABU Ilm-Kreis e.V. für eine naturnahe Waldnutzung und - Entwicklung im Kommunalwald der Stadt Ilmenau

In den Jahren 2023/24 stand dem Ilmenauer Stadtwald eine Forsteinrichtung auf Basis der modifizierten Methoden und Grundsätze der Landesforstverwaltung bevor. Damit war 2023 ein geeigneter Zeitpunkt, um einen Prozess einzuleiten, der unter Beteiligung der Zivilgesellschaft die notwendigen Weichenstellungen für die Zukunft vornimmt. Der NABU bietet sich an, diesen Prozess diskursiv und praktisch durch aktives Mitwirken zu unterstützen. Dabei spielt die Partizipation der örtlichen Bevölkerung an den Zielen der Nutzung und Entstehung eines „neuen Stadt-Waldes“ eine herausragende Rolle.

Unsere Vision ist es, einen naturnahen, standortgerechten, baumartenreichen, und ungleichaltrigen Dauerwald zu etablieren, der durch seine Stabilität und Plastizität Risiken durch schädigende Einflüsse kompensieren kann, sich selbst verjüngt und eine nachhaltige, multifunktionale Nutzung ermöglicht.

Um dieses Ziel zu erreichen sind unseres Erachtens folgende Prinzipien umzusetzen:

  • Priorisierung der Entwicklung zu mehr Naturnähe in den Wirtschaftswäldern.
  • Beschränkung der wirtschaftenden Eingriffe auf das „Minimum-Prinzip“ (Einzelbaum- und Gruppenpflege).
  • Förderung der Entwicklung artenreicher, naturnaher und standortgerechter Mischwälder.
  • Förderung von Ungleichaltrigkeit und Stufigkeit, um dauerwaldartige Strukturen zu entwickeln.
  • Der Naturverjüngung ist Vorrang zu geben.
  • Kahlschläge sollen grundsätzlich vermieden und Verjüngung unter dem Schirm von Altbäumen ermöglicht werden.
  • Beachtung der Vielfalt der Waldstandorte bei der Auswahl von Maßnahmen. 
  • Belassung von ungenutzten Bereichen zur ungestörten Habitatentwicklung, insbesondere an Steilhängen, Felsbereichen, Quell- und Anmoorstandorten.
  • Bestimmung des Erntealters über die Zielstärkennutzung, anhand von Gesundheit und Wertentwicklung (Baumdimensionen) der Auslesebäume.
  • Sukzessionale Entwicklungsprozesse von Waldgesellschaften sind zu berücksichtigen bzw. zu ermöglichen.
  • Schäden an Wald und Boden sind möglichst zu vermeiden.
  • Das Selbstregulierungsvermögen des Waldes ist zu stärken.
  • integrierter Waldschutz durch naturnahen Waldbau
  • Wildbestände sind auf einem ökologisch und betriebswirtschaftlich vertretbaren Maß zu halten.

Kontakt: 

Dr. Harald Lange

AG-Leiter

E-Mail: Wald(at)NABU-Ilmkreis.de