Seit April 2012 trifft sich die NAJU-Gruppe im Grünen Klassenzimmer des Schülerfreizeitzentrums Ilmenau. Alle zwei Wochen laden die Betreuer interessierte Kinder von 6 bis 12 Jahren dazu ein, mit Spiel, Spaß und Abenteuer die heimische Natur im Jahresverlauf zu erleben.
Veranstaltungsort
Schülerfreizeitzentrum Ilmenau
Am Großen Teich 2
98693 Ilmenau
Ansprechpartnerin
Petra Szigarski
Haselnußweg 11
98693 Ilmenau
Telefon: 03677-883593 oder 0176 633 701 97
E-Mail: [email protected]
Während unserer Gruppenstunden pflegen wir unsere Nistkästen, helfen Amphibien über die Straße oder sammeln Müll. Wir lernen den Vogel des Jahres kennen, beobachten Insekten, bauen Nisthilfen für Wildbienen, schaffen Lebensräume für Vögel, Amphibien und Kleinsäuger.
Im Ilmenauer Schülerfreizeitzentrum (SFZ) ist unsere "Wilde Insel" entstanden. Wir wandern auf den Spuren des Bibers, erleben den Frühling, schauen, was in den Gewässern so kreucht und fleucht. Wir lernen unsere Natur schätzen und schützen. Sei dabei!
Fotos: NABU / NAJU Ilm-Kreis

Eine intakte Stadtnatur ist für Menschen unverzichtbar – sie reinigt unsere Luft von Schadstoffen, sorgt für Lärmschutz, schwächt die Folgen der Klimakrise ab, trägt zur Biodiversität bei und ist gut für die Seele.
Deshalb sollte Stadtnatur mit ihren begrenzten Ressourcen intelligent und nachhaltig genutzt werden. Wie sieht das in Ilmenau aus?
Dieser Frage gingen die Kinder der Naturschutzgruppe NAJU nach. Wir machten einen Stadtspaziergang vom Felsenkeller über die Lindenstraße bis zur Stadtmitte und achteten dabei auf den Baumbestand, die Grünflächengestaltung, Gebäudebegrünung sowie Nistmöglichkeiten an Stadtgebäuden. Es gefiel allen gut, unter Bäumen zu laufen, auf Grünflächen Insekten zu finden und an Häusern nach Altnestern von Schwalben und anderen Nistmöglichkeiten für Vögel zu suchen. Immerhin bevorzugt auch der Vogel des Jahres 2025, der Hausrotschwanz, Gebäude- und Mauerritzen für sein Nest. Auch andere Vögel wie Haussperling, Mauersegler, Star, Dohle, Turmfalke brüten gern in der Stadt. Ebenfalls viele Fledermausarten.
Zur Stadtnatur gehören auch Blühflächen, heimische Sträucher, Stauden, ja sogar Totholz, wilde Ecken u.a. Strukturen. Davon gibt es in der Innenstadt nicht viel. So entstand die Idee, eine der kleinen Rasenflächen am Ende der Lindenstraße mit Frühblühern zu bereichern, um so Insekten eine frühe Nahrungsquelle zu bieten.
Die Stadt Ilmenau sponserte uns ca. 600 Blumenzwiebeln, darunter Narzissen, Traubenhyazinthen, Scilla, Winterlinge und Schneeglöckchen. Am 6.11. war es dann soweit: wir bepflanzten das kleine Rasenstück, damit im Frühling Bienen, Hummeln und Schmetterlinge erste wertvolle Nahrung finden. Sogar einen Pflanzplan hatten wir erstellt, damit sich dem Auge ein schönes Bild bietet. Mit Eifer gingen alle Kinder ans Werk. Zum Schutz vor Rasenlatschern umspannten wir den bepflanzten Bereich mit Flatterband und stellten ein Schild auf. Nun sind wir neugierig, wie sich die Grünfläche im Frühjahr zeigt und hoffen, bei der nächsten Stadtnatur- Exkursion im April viele Insekten beobachten zu können.
Petra Szigarski
Betreuerin der NAJU- Gruppe Ilmenau
Fotos: NABU / NAJU Ilm-Kreis

Am Donnerstagnachmittag, zur NAJU- Gruppenstunde (Nachwuchsorganisation des NABU), stand die Beteiligung am Frühjahrsputz der Stadt Ilmenau an. Wir wollten den Sammelpunkt am "Fridolin" nutzen und entlang des Ilm- Radweges und dem FND "Am Mühlgraben" den Müll entfernen. Dazu bekam jeder eine Warnweste, Handschuhe, Greifer und einen Müllsack. Im Vorfeld besprachen wir noch einmal, warum wir den Müll aus der Natur entfernen müssen.
Hochmotiviert gingen wir auf die Suche, sammelten Zigarettenschachteln, Flachmänner, Plastikverpackungen, Papiertaschentücher, alles was einem Radfahrer so aus der Tasche fällt(!?) Die Kinder stöberten aber auch richtige Müllverstecke auf, besonders in Gartenzaunnähe (wir sammelten beidseits des Radweges) fanden sie Nester mit Schuhen, mit Plastikabfällen, alten Schüsseln...fein säuberlich abgedeckt mit Grünabfällen, aber eben nicht gut genug. Für die Kinder war es (fast) wie Ostern, immer neue Überraschungen warteten auf sie. Eifrig zerrten sie alles ans Licht, s i e wissen ja auch, dass so etwas n i c h t in die Landschaft gehört. Fast jeder wollte sich einen "Schatz" mit nach Hause nehmen. Ein alter Blumenständer, ein Totempfahl aus Plastik, eine Schüssel wurden mitgenommen.
Im FND fanden wir Schneeglöckchen und das gelbe Waldsternchen, auch den Pestwurz, Vögel zwitscherten, die Ilm rauschte, alles duftete nach Frühling. Auch das lernten die Kinder an diesem Nachmittag, die Natur mit allen Sinnen wahrnehmen.
Diesen Bezug zur Natur haben viele Erwachsene verloren. Deshalb benutzen sie sie. Sie machen eine Müllkippe aus ihr.
Das Erlebnis Müllkippe traf uns besonders hart am Garagenkomplex 1 am Hüttengrund. Oehrenstöcker Landstraße. Dort und der Garagenkomplex daneben waren Schwerpunktgebiete der gemeinsamen Frühjahrsaktion mit der Stadt Ilmenau. Eine kleine aber handfeste Gruppe des NABU ließ sich nicht lumpen und wollte Unterstützer dieser Aktion sein. Bereits am Freitagnachmittag trafen wir uns am Kindergarten Hüttengrund und legten los, wohl wissend, worauf wir uns da eingelassen hatten.
Plastik- Flugmüll des ehemaligen Plastikcontainers war noch die leichte Form der Vermüllung. Direkt hinter den Garagen fanden wir Sperrmüll aller Art, viel Glasscherben, Plastiksäcke, Autobatterien, Zündkerzen, alte Scheibenwischer, Schrott, noch gefüllte Saftflaschen, Würstchengläser unglaublich viele Bier- und Weinflaschen, Bauschaum und alles vermischt mit Grünschnitt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!!
Wir haben unserer Versprechen eingelöst! Der gesamte 1. Garagenkomplex und die anschließende große Wiese sind von Unrat befreit.
Nun sollte die Stadt überlegen, wie so eine Verdreckung in Zukunft verhindert werden kann. Von den Garagenpächtern ließ sich keiner sehen.
Muss so ein Hort der Müllablage geduldet werden? Braucht es überhaupt noch Garagenkomplexe? Wie schön wäre es, wenn dort einfach nur Natur sein dürfte. Entsiegelung der Fläche, das fiel uns Müllräumern vom NABU dazu ein. Das würde auch zur gegenwärtigen Klimasituation passen.
Im Namen der Aktivisten des NABU!
Petra Szigarski
Fotos: NABU / NAJU Ilm-Kreis
Fotos: NABU / NAJU Ilm-Kreis
Wir haben 6 Mirabellen abgeerntet, zum Eigenverbrauch und zum Marmelade einkochen.
Bei einem Streifzug über die Wiese waren Insekten und Vögel zu beobachten. Ein Picknick im Freien machte den Ernte-Tag
perfekt.
Fotos: NABU / NAJU Ilm-Kreis